Orthopädisches Schmerzzentrum - Dr. med. Gerhard Becker, Zürich

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Transkutane Elektrische Nervenstimulation - TENS


"Gegen beide Arten Podagra (Anm.: primäre und sekundäre Fussgicht) muss man einen lebenden schwarzen Zitterrochen, wenn der Schmerz naht, unter die Füsse legen, stehend nicht an einem trockenen Gestade, sondern an einem solchen, welches das Meer bespült, bis man merkt, dass der ganze Fuss und das Schienbein bis zu den Knien betäubt ist. Dies Mittel beseitigt sowohl für den Augenblick die Schmerzen als heilt auch für die Zukunft. Dadurch ist Anteros, der Freigelassene des Tiberius, der Prokurator der Erbschaften, geheilt worden."

"Noch so alte und unerträgliche Kopfschmerzen beseitigt sofort und heilt für immer der schwarze Zitterrochen, wenn er lebend so lange auf die schmerzende Stelle gelegt wird, bis der Schmerz aufhört und dieser Teil betäubt wird. Sobald man dies empfindet, möge man das Heilmittel entfernen, damit das Gefühl an dieser Stelle nicht zerstört werde. Man muss sich aber mehrere Zitterrochen dieser Art beschaffen, weil die Heilung bisweilen kaum bei zwei oder drei erfolgt, d. h. die Betäubung - das Anzeichen der Heilung."

So beschrieb der römische Militärarzt Scribonius Largus um 50 nach Christus das erste elektromedizinische Therapieverfahren, das in der Antike zur Behandlung von Schmerzen und zur Muskelstimulation eingesetzt wurde.

Mangels Zitterrochen und Meerwasser erfolgt heute dies mittels dem TENS Gerät, das milde elektrische Impulse über Elektroden mit dem Ziel durch die Haut leitet, durch diese Stimulation eine Linderung bzw. Vermeidung von Schmerzen zu erreichen. Neben der vermehrten Bildung und Ausschüttung von körpereigenen durchblutungsfördernden Stoffen wird zusätzlich die Bildung von Endorphinen (den körpereigene Morphinen) angeregt, die ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen.

TENS nutzt die kybernetische Gate-Control-Theorie (Schmerzschwellentheorie). Das Rückenmark verfügt über ein neurologisches Tor (gate), das entweder Schmerzsignale aufhält oder zum Gehirn weiterleitet. Die Aktivität von Schmerzsignalen, die über Millionen feinster Nervenfasern nach oben steigen öffnet das Tor. Durch die Aktivität in den stärkeren Nervenfasern, die weniger unangenehme Empfindungen wie z.B. Wärme und Berührung weiterleiten, oder durch vom Gehirn kommende Informationen (Endorphinausschüttung) wird das Tor geschlossen.

Stimuliert man die stärkeren Nervenfasern kann so die Weiterleitung von Schmerzen blockiert bzw. vermindert werden. TENS kann aber keine physiologische problematische Zustände heilen, sondern hilft den Schmerz verändert wahrzunehmen.

Unter anderen können folgende Krankheitsbilder können mit TENS therapiert werden:
  • Arthritis
  • Diffuse Schmerzustände
  • Hexenschuss
  • HWS Schleudertrauma
  • Ischiasschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Neuralgien
  • Osteoarthritis
  • Phantomschmerzen nach Amputation
  • Postoperative Schmerzen
  • Reisekrankheit
  • Rheumatoide Arthritis
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen der Schultermuskulatur
  • Spannungsgefühle
  • Sportverletzungen
  • Tumorschmerzen
  • Übelkeit


TENS darf nicht angewendet werden:

  • von Patienten mit Herzschrittmachern, implantierten Defibrillator oder einem anderen implantierten elektrischen Gerät
  • von Patienten mit Thrombosen in Arterien oder Venen
  • von Patienten, die geistig und körperlich nicht in der Lage sind das Gerät zu bedienen
  • auf betäubter oder desensibilisierter Haut
  • während der Schwangerschaft**
  • im Bereich der vorderen Halsregion (Kehlkopf, Luftröhre), des Sinusnerves, Herzen oder Brustkorbes
  • auf Wunden, Geschwüren oder entzündeten Hautstellen
  • bei Fieber
  • bei Infektionen

** Ausnahme: wenn ausdrücklich ärztlich verordnet.

TENS wird von den meisten Patienten sehr gut vertragen und kann unter Einhaltung der vom Hersteller beschriebenen Vorsichtsmassnahmen gefahrlos angewendet werden. Ungefähr 70% der Patienten sprechen gut auf eine TENS Behandlung an. Es wurde in Untersuchungen festgestellt, dass in der Regel technische Mängel (leere Batterie, nicht leitende Elektroden, oder Kabelbruch) oder unsachgemässe unregelmässige Anwendung des Patienten für die nachlassene Wirkung der TENS Therapie verantwortlich waren.

Unsere Patienten können nach einer ausführlichen Einweisung im OSZ Zürich und die indivuell auf das Krankheitsbild abgestimmte Programmierung des Gerätes durch den Arzt die Behandlung bequem zu Hause durchführen.





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