Orthopädisches Schmerzzentrum - Dr. med. Gerhard Becker, Zürich

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Komplexes regionales Schmerzsyndrom / Morbus Sudeck


Die nach dem Chirurgen Paul Sudeck (1866 – 1938) benannte Erkrankung (auch unter den Begriffen CRPS I und II, Algodystrophie, Sympathische Reflexdystrophie, Neurodystrophie bekannt) tritt in Deutschland bei ca. 10.000 Menschen pro Jahr nach Operationen, Knochenbrüchen, Prellungen oder nur kleinen Verletzungen oder Entzündungen an Hand oder Fuß auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursache des Morbus Sudeck

Die Ursache ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass durch eine Entzündungsreaktion das zentrale Nervensystem attackiert wird. Insbesondere wird das vegetative Nervensystem (Sympathikus) zu Fehlfunktionen verleitet. Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass durch den Verlust von schmerzleitenden Nervenfasern eine Überempfindlichkeit gegen Berührungs- und Hitzereize entsteht. Es bestehen auch Hinweise auf eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung.

Verlauf des Morbus Sudeck

Mehrere Tage nach dem auslösenden Trauma (also der Operation, dem Knochenbruch oder der Prellung) kommt es zu einer auffälligen Schwellung an Hand oder Fuß.

Die Schmerzsymptomatik verändert sich: der anfängliche Schmerz im Wundgebiet breitet sich aus. Schon kleine Berührungen lösen heftige, nachhaltige Schmerzen aus. Meist ist Überwärmung mit rötlich-bläulicher Färbung, verstärktes Schwitzen, leichtes Zittern und zunehmend gestörte Beweglichkeit von Hand oder Fuß die Folge. Haut, Nägel und Behaarung verändern sich oft.

Es kann zu Beeinträchtigungen des Tastgefühls und sogar zu Lähmungen kommen. Auch unwillkürliche krampfartige Bewegungen können auftreten. Später können Hand oder Fuß auch häufig kälter als gesunde Gliedmaße sein. In schweren Fällen kann es zum Abbau der Muskulatur und einer dauerhaften Bewegungseinschränkung kommen.

Therapie des Morbus Sudeck

Beste Aussicht auf Heilung besteht, wenn die Krankheit zeitig erkannt und behandelt wird. Ohne Behandlung droht die Versteifung der Gelenke. Selbst mit Therapie vergehen oft Monate oder Jahre bis zur Schmerzfreiheit. Schwere chronische Verläufe sind aber eher selten (< 2%).

Die Behandlung gehört in die Hände von in der Schmerzmedizin erfahrenen Ärzten im interdisziplinären Austausch. Es gibt keine Standardbehandlung, jedoch hat die Kombination folgender Methoden gute Chancen auf Erfolg:
  • Medikamente: Opioide z.B. Morphin; antidepressiv & antiepileptisch wirkende oder entzündungshemmende Substanzen
  • Blockaden des betroffenen sympathischen Nervensystems: intravenöse Regionalblockaden oder Blockaden des Ganglion stellatum
  • Lymphdrainage
  • Matrix-Rhythmus-Therapie
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Akupunktur - TCM
  • Psychologische Schmerztherapie

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