Orthopädisches Schmerzzentrum - Dr. med. Gerhard Becker, Zürich

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Migräne

Geschichte der Migräne

Seit dem Beginn der Geschichtsschreibung ist das Krankheitsbild der Migräne bekannt. Unter dem lateinischen Begriff der hemicrania (griechisch: hēmíkraira = halber Kopf) wurde es in den medizinischen Lehrbüchern geführt und daher kommt auch unser Wort der Migräne.

Die Migräne wurde als halbseitiger Kopfschmerz deklariert und es gab eine Vielzahl von Vermutungen, was eine Migräne auslöst.
Erst zu Beginn des 20ten Jahrhunderts konnte festgestellt werden, dass sich während eines Migräneanfalls Gefässe des Zentralnervensystems erweitern und es wurden bis heute Medikamente entwickelt, welche die Gefäße verengen.

Ursache der Migräne

Die Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung, deren Ursache trotz aller Forschungsbemühungen nicht bekannt ist.

Von Migräne können sowohl Kindern als auch Erwachsene betroffen sein. Meistens tritt die Migräne einseitig auf, kann jedoch auch selten beidseitig auftreten. Die Häufigkeit der Migräne ist bei Frauen dreimal häufiger als bei Männern.

Die Migräne als Erkrankung kann vererbt werden.

Krankheitssymptome der Migräne

Es handelt sich um starke einschiessende Schmerzen, die sehr häufig mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit verbunden sind. Die Attacken können 4 bis 72 Stunden anhalten. In diesem Zeitraum will der Patient nicht gestört werden und zieht sich meistens in ein Zimmer zurück. Bei Kindern kann die Migräne auch ohne Kopfschmerzen, jedoch mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel auftreten.

Da es fließende Übergänge zu anderen Kopfschmerzarten gibt und auch die Migränerkrankung selbst noch in eine Vielzahl von Untererkrankungen unterteilt wird, ist die Anamnese ausgesprochen wichtig und die Diagnose Migräne sollte von einem Spezialisten gestellt und behandelt werden.

Diagnose der Migräne

Migräne ist die wahrscheinliche Ursache der Kopfschmerzen, wenn mindestens 5 Punkte den nachfolgend angeführten Bedingungen entsprechen
  • Unbehandelte oder erfolglos behandelte Dauer von 4 bis 72 Stunden Kopfschmerzen
  • Wenigstens zwei der nachfolgend angeführten Kopfschmerzcharakteristika:
    • einseitiger Kopfschmerz
    • pulsierender Schmerzcharakter
    • mässige bis starke Schmerzintensität, die übliche Tagesaktivitäten erschwert oder unmöglich macht
    • Verstärkung beim Treppensteigen oder bei üblicher körperlicher Aktivität
  • Während des Kopfschmerzes treten wenigstens eine der nachfolgend angeführten Begleiterscheinungen auf:
    • Übelkeit und/oder Erbrechen
    • Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Photophobie und Phonophobie)
Bei der Diagnosestellung wird anhand der Vorgeschichte des Patienten sowie durch körperliche und neurologische Untersuchung ein symptomatischer Kopfschmerz ausgeschlossen.

Spezialuntersuchungen wie Blutlabor, Röntgen, MRT etc. sind meistens ohne Resultat, sie müssen jedoch manchmal angeordnet werden, um andere Krankheitsbilder auszuschliessen.

Da es fliessende Übergänge zu anderen Kopfschmerzerkrankungen gibt, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden
  • Bestimmung des durchschnittlichen Blutdruckes
  • vollständige körperliche Untersuchung
  • manuelle Spezialuntersuchung der HWS
  • manuelle Spezialuntersuchung des Kiefers
  • manuelle Spzialuntersuchung der Lendenwirbelsäule
  • Röntgenbild der Halswirbelsäule (HWS)

Zusätzliche Untersuchungen sind vonnöten, wenn andere Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Gehirntumor ausgeschlossen werden soll.
Hierbei wird dann von einer Differentialdiagnose gesprochen, um alternativ als Erklärung für die medizinischen Befunde Erkrankungen in Betracht zu ziehen sind, die ähnliche Symptome wie die Migräne hervorrufen.
Hierzu zählt unter anderen der Spannungskopfschmerz.

Die Häufigkeit der Migräne ist bei Frauen dreimal häufiger als bei Männern.

Migräneformen

Die zwei häufigsten Krankheitsbilder sind

  • Migräne ohne Aura
  • Migräne mit Aura
    Bei einer Aura kommt es zu Flimmern oder Flackern in den Augen und kann bis zum vollkommenen Sehverlust kommen. Weiterhin können Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen , Kribbelmissempfindungen und Hörverlust auftreten.

    Vor der Migräneattacke kann es zu einer sogenannten Vorphase kommen, die mit depressiven Verstimmungen, Hochgefühlen, vermehrter Reizbarkeit und Verdauungsproblemen einhergeht.

Therapie der Migräne

Da die Migräne eine vererbbare Erkrankung ist, kann eine Heilung an sich nicht erzielt werden. Jedoch können durch bestimmte Therapieformen die Schmerzattacken erheblich reduziert werden, teilweise können diese sogar vollständig verschwinden.

Durch spezielle Medikament können die Schmerz– und Auraattacken im Vorfeld so abgemildert werden, dass trotz Migräneerkrankung eine gute Lebensqualität erzielt werden kann.

Wenn die Migränerkrankung länger als ein halbes Jahr besteht, handelt es sich zusätzlich auch noch um eine sogenannte Schmerzerkrankung. Das bedeutet der Schmerz hat seine Warnfunktion verloren und die Nervenfunktion des Schmerzes ist ausser Kraft gesetzt. Meistens haben diese Patienten noch einen dumpfen Dauerschmerz im Körper, der nicht lokalisiert werden kann, sondern sowohl nachts als auch tagsüber im ganzen Körper herumzieht.

Um herauszufinden, wie sich der Schmerz sich im Körper verhält, sollte zumindest am Anfang der Erkrankung eine Schmerztagebuch oder ein Kopfschmerztagebuch geführt werden.

Im akuten Schmerzanfall sind Aspirin und Metamizol die Mittel der Wahl. In den letzten Jahren haben sich eine Gruppe von Medikamenten (Triptane) als hervorragende Arznei im akuten Anfall bewährt.

Bei der Behandlung von chronischen Schmerzen haben sich Spritzentherapien an verschiedene Nerven der Hals- und Brustwirbelsäule bewährt. Da sehr häufig auch das sympathische Nervensystem mit beteiligt ist, können auch hier durch Sympathikusblockaden, die Schmerzen gelindert oder vollständig ausbehandelt werden.

Wenn die Kopfschmerzen noch nicht sehr lang andauern, kann mit einer gezielten Körper– und Ohrakupunktur eine massive Linderung der Beschwerden erfolgen. Die Akupunkturtherapie kann jährlich erfolgen und es sind 16 – 20 Behandlungen nötig.

Bei Kindern kann sehr häufig mit manaultherapeutischen Massnahmen und einer Laserakupunktur ein Heilungserfolg erzielt werden

Das Orthopädische Schmerzzentrum ist auf die Behandlung des Migränekopfschmerzes sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen spezialisiert.
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