Orthopädisches Schmerzzentrum - Dr. med. Gerhard Becker, Zürich

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Rückenschmerzen


Plötzlich auftretende (akute) oder dauerhafte (chronische) Schmerzen in verschiedenen Bereichen des Rückens laufen unter dem Begriff Rückenschmerzen. Zwischen 60% bis 80 % aller Frauen und ca. 70% aller Männer leiden darunter. Ursachen des Rückenschmerzes zu finden, ist in vielen Fällen schwierig. Die häufigste Ursache ist aber das berufsbedingte Sitzen. Durch den Bewegungsmangel kommt es zu einem Verschleiß der Wirbelsäule, zu Muskelverspannungen oder zum Abbau der Rückenmuskulatur.

Eine Blockierung oder eine Verschiebung der kleinen Wirbelgelenke kann Ursache für akute oder chronische Rückenschmerzen sein. Meist sind jedoch chronische Rückenschmerzen multifaktoriell, d.h. es gibt eine Summation von verschiedenen Problemen, die letzlich einen chronischen Rückenschmerz manifestieren.

Die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen sind:

  • Myofasziales Schmerzsyndrom
  • Wirbelgelenksfacettensyndrom
  • Nervenwurzelkompressionssyndrom
  • Bandscheibenbedingter Rückenschmerz
  • Postnukleotomiesyndrom
  • Chronisches Schmerzsyndrom

Myofasziales Schmerzsyndrom

Diese Schmerzen haben ihren Ursprung in der Muskulatur und gehen mit hartnäckigen Muskelverspannungen im Bereich der Wirbelsäule und der Hals-Nacken-Region einher. Schulter-Arm-Schmerzen und Spannungskopfschmerzen kommen hinzu. Es kann zu Störungen der gesamten Wirbelsäule von der Hals-/Kopfregion bis zum Kreuzdarmbeingelenk mit Unbeweglichkeit der Wirbelsäule und des umgebenden Bandapparates kommen.

Wirbelgelenksfacettensyndrom

Diese Schmerzen treten im gesamten Rückenbereich, den Oberarmen und Beinen sowie in der Leisten- und Gesässregion auf. Sie werden hervorgerufen durch Verschleisserscheinungen der Wirbelkörper und der Wirbelgelenke, sowie durch eine Einengung der Nervenaustrittskanäle. Das sogenannte „Wirbelgleiten“ (medizinischer Fachausdruck „Listhesis“) führt zu bewegungsabhängigen Rückenschmerzen und zu einer zeitweisen Instabilität, hervorgerufen durch eine Reizung der Nervenwurzel und der Wirbelgelenke.

Nervenwurzelkompressionssyndrom

Die Nervenwurzelkompression ruft Schulter-Arm-Schmerz, Brustwirbelsäulen- und Lendenwirbelsäulenschmerzen sowie „Ischiasbeschwerden“ hervor, die mit Kribbeln und Taubheit einhergehen. Hervorgerufen werden diese Schmerzen durch Bandscheibenvorwölbungen oder -vorfälle, die Druck auf das Rückenmark bzw. die Nervenwurzel ausüben und so gleichzeitig Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen auslösen.

Bandscheibenbedingter Rückenschmerz

Dieser Schmerz entsteht durch Verschleisserscheinung des Bandscheibenkernes und des umgebenden Faserringes wodurch die Schmerzkörperchen im hinteren Teil der Bandscheibe und des umgebenden Bandapparates „stimuliert“ werden.

Postnukleotomiesyndrom

Darunter versteht man ziehende Rückenschmerzen nach Wirbelsäulenoperationen, die durch narbige Verwachsungen, Reizung der Wirbelgelenke, Wirbelgleiten oder entzündliche Vorgänge hervorgerufen werden.

Chronisches Schmerzsyndrom

Diese treten im Bereich der gesamten Wirbelsäule auf und können auf rheumatische Erkrankungen zurückgeführt werden , auf Folgen der Osteoporose, auf die Fibromyalgie oder auf tumorbedingte Absiedlungen.

Durch die vielfältigen Ursachen des Rückenschmerzes ergeben sich auch verschiedenartige Angriffspunkte für eine wirksame Therapie. Besonders nachhaltige Erfolge lassen sich dann erzielen, wenn zunächst mittels bildgebender Verfahren (Röntgen, Computer- oder Kernspintomographie) und eventuell ergänzender neurophysiologischer Untersuchungen (EMG = Messung der Muskulaturaktivitätsmuster, NLG = Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, EP = Evozierte Potentiale, Messen der möglichen Muskulaturaktivitäten) eine ausführliche Diagnose erstellt wird.

Anschliessend kann dann unter Einbeziehung verschiedener Fachärzte ein Therapieplan aufgestellt werden. Zu diesem Therapieplan können sowohl Medikamente als auch Krankengymnastik oder interventionelle Methoden (wie z.B. Facettendenervation, die Periradikuläre Therapie, ISG-Infiltration oder Sakralblockade) gehören, bei denen z.B. mit Hilfe von Kathetertechniken, Schmerzmittel oder andere Medikamente direkt an der Wirbelsäule verabreicht werden können. Das oberste Ziel einer wirksamen Wirbelsäulentherapie muss immer sein, unnötige operative Eingriffe zu vermeiden.

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