Orthopädisches Schmerzzentrum - Dr. med. Gerhard Becker, Zürich

Sie befinden sich hier: Service | Schmerzarten | Somatoforme Schmerzstörung
  • kleinere Schriftgröße
  • Standard-Schriftgröße
  • größere Schriftgröße

Somatoforme Schmerzstörung


Oft liegen bei Patienten mit hohem Leistungsdruck dauernde, organisch nicht erklärbare körperliche Beschwerden vor. Man spricht hier von einer somatoformen Schmerzstörung.

Bei der somatoformen Schmerzstörung handelt sich um ein chronisches Syndrom. Das heisst, dass die Beschwerden über Jahre hinweg immer wiederkehren mit vielfältigen, teilweise auch wechselnden Symptomen.

Viele Patienten weisen eine komplizierte medizinische Vorgeschichte mit vielen körperlichen Diagnosen auf. Die meisten haben schon eine Vielzahl von Ärzten besucht oder verschiedene Therapien ausprobiert.

Bedeutsam für den Arzt bei der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung ist das Auftreten vieler körperlicher Symptome über einen längeren Zeitraum. Zusätzlich zu den Schmerzen leidet der Patient häufig unter innerer Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfbarkeit, depressiver Verstimmung, Angst und/oder Schlafstörungen.


Patienten mit Depressionen klagen mehr über Schmerzen als Patienten ohne psychische Auffälligkeiten. Allerdings haben Patienten mit chronischen Schmerzzuständen als Folge der Schmerzen häufig depressive Verstimmungen. Hier existiert ein Teufelskreis.

Neuesten Forschungen zu Folge ist auch das Schmerzempfinden depressiver Patienten anders. Sie weisen sogar oft eine höhere Schmerzschwelle auf. Abhängig von der Schmerzart wird dieser stärker oder schwächer empfunden.

Auf Schmerzreize wie Kälte, Hitze - also oberflächlichen, an der Haut hervorgerufene Schmerzen - reagieren sie weniger empfindlich, während Tiefenschmerz wesentlich stärker empfunden wird.

Das Schmerzempfinden hängt demzufolge von der Einstellung eines Patienten ab. Menschen, die auf Schmerz mit Angst vor bestimmten Krankheiten reagieren, sich nur schwer auf neue Situationen einlassen können, emotionale Probleme haben und zu Depressionen neigen, können nicht ausschliesslich mit Medikamenten behandelt werden.

Da das Problem bei den somatorformen Schmerzstörungen primär nicht erkannt wird, bedarf es eines längeren anamnestischen und diagnostischen Weges, um die Ursache dieser Schmerzstörung zu erkennen. Sehr häufig liegen den Ursachen eine bestimmte Anzahl von nicht gelösten Konfliktsituationen zu Grunde, die von dem Patienten verdrängt worden sind.

Der Patient muss bereit sein, über seine teilweise sehr lange zurückliegenden Konfliktsituationen zu sprechen und diese auch zu erkennen. Wenn dies der Fall ist, kann durch mehrere Verhaltens- und Gesprächstherapien eine Reduktion der Schmerzen erfolgen. Sehr hilfreich sind auch Entspannungsverfahren, wie Akupunktur und muskuläres Entspannungstraining nach Jacobsen.

Datum/Quelle/Autor